Prozessdokumentation

Die Seite ichschlafe.ch funktioniert als eine Art Tagebuch und gibt Einblicke in den kreativen Prozess meines Diplomprojektes «Ich schlafe besondere Nächte.». Gedanken, Ideen und Arbeitsskizzen werden hier in chronologischer Folge zusammengefasst und bieten einen Übersicht des gestalterischen Schaffens. Zudem dient die Webseite auch als Reflexionswerkzeug für meine Arbeit.


Insomnie – Gestörter Schlaf

Der Begriff «Insomnie» bezeichnet eine Beeinträchtigung des Schlafes aus unterschiedlichen Gründen. Im Allgemeinen ist die Erwartungshaltung an den eigenen Schlaf ziemlich einfach: schnell einschlafen, gut durchschlafen und morgens erholt aufwachen. Aber was passiert beim «Nicht-Schlafen-Können»? Die als «Insomnie» bezeichnete Beeinträchtigung des Schlafes kann für Betroffene zur extremen Belastung werden. Die gesundheitliche und gesellschaftliche Relevanz von Schlafstörungen ist angesichts steigender Belastungen und zunehmender Hektik gerade heute sehr aktuell.

Aus diesen Fakten heraus interessiere ich mich für dessen Untersuchung mit einem gestalterischen Grundgedanken. Mit meiner Arbeit will ich versuchen dem Thema eine Bildsprache zu geben. Dabei steht grundsätzlich nicht die rein objektive Aufklärung im Vordergrund, sondern vielmehr eine Art Vermittlung. Aus einem gestalterischen Gesichtspunkt heraus ist es durchaus interessant sich mit der Thematik «Insomnie» zu befassen. «Welche Bilder entstehen in den unruhigen Stunden?» «Wie kann diese veränderte Wahrnehmung visualisiert werden?» oder «Was passiert mit uns, wenn wir über einen längeren Zeitraum nicht schlafen können?» «Kann unser Körper überhaupt noch alle Informationen verarbeiten?» Zwangsläufig führt die totale Überlastung irgendwann zum Zusammenbruch – körperlich und geistig. «Gibt es Möglichkeiten diesen Zustand auf gestalterischer Ebene zu visualisieren, um aussenstehende dafür zu sensibilisieren?».


Motivation

Da ich selber an Schlafstörungen gelitten habe, interessiert mich diese Thematik auch aus einem persönlichen Bereich heraus. Schlafentzug oder -störungen können einen belastenden Einfluss auf das ganze Leben haben. Nachts wach im Bett zu liegen ist sehr unangenehm und teilweise fast beängstigend. Ich möchte versuchen die Thematik mit meinem persönlichen Hintergrund zu analysieren und visualisieren. Wer selbst schon unter einer schlaflosen Nacht gelitten hat, weiss was diese anrichten kann.

Audio  Aufbau  Diplom  Dokumentation  Fragestellung  Ideen  Inhalt  Inspiration  Installation  Mentorat  Notizen  Photo  Präsentation  Programmierung  Referenzarbeit  Reflexion  Relevanz  Skizzen  Video  Zwischenpräsentation  
Alle Herzlich Willkommen Dokumentation «Ich schlafe besondere Nächte.» Final Test Programm .izz Sensoren I Arduino / Isadora II Testlauf I Installationsraum Final Cut Bewegung / Raum (Video) Bewegung / Raum Audio / Voiceover II Aufbau IV Aufbau III Arduino / Isadora I Endschnitt 20 / V.1-1 Notizen XV Isadora / MIDI Controller I (Video 2) Isadora / MIDI Controller I (Video) Isadora / MIDI Controller I Endschnitt 19 / V.1-1 Aufbau II Prozesspräsentation Endschnitt 18 / V.1-4 Endschnitt 18 / V.1-2 Endschnitt 17 / V.1-2 Mentorat VII Endschnitt 16 / V.1-1 Endschnitt 15 / V.1-5 Audio / Voiceover I Mentorat VI Notizen XIII Endschnitt 14 / V.1-3 2. Zwischenpräsentation Struktur der Nacht II Struktur der Nacht I 3 Kameras II Aufbau: Spiegel Abstrakt V.1 Zeitplan Installation: Material TV II TV I Installation: Inhalt 3 Kameras I Installation: Farben Notizen XII Betten Mentorat IV Symbol: Bett Notizen XI Installation I Matratze Notizen X Notizen IX Isadora I Mentorat III Installation: Eintauchen 2. Aufbau (Installation) 1. Aufbau (Installation) Idee Nr. 4 1. Zwischenpräsentation Ich schlafe (Bett) Schlafraum Pico Beamer + Servo II Pico Beamer + Servo I Inspiration III Notizen VII Inspiration II Boden Liegend (Studie II) Inspiration I Mentorat II Ich Aufnahmen einer Nacht Aufnahmen einer Nacht Zeit und Uhren Projektion im Raum (Photo) Projektion im Raum II Notizen V Projektion im Raum I Inhalt: Schlaflos Boden Liegend (Studie I) Notizen III Insomniacs Notizen II Notizen I Silent Room Mentorat I Diplom Workshop II Nachtaktiv Die Nacht und Ich Diplom Workshop I Ich schlafe besondere Nächte Diplomprojekt 2012
* Die Einträge sind chronologisch geortnet.
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21.06.2012

Prozesspräsentation

Ziel der Prozesspräsentation war es den gesamten Prozess und wichtige Schritte nochmals vor dem Mentoren-Team zu präsentieren. Ich denke, es hat mir sehr geholfen mein erarbeitetes und gesammeltes Material durchzusehen und zusammenzustellen.

Die Präsentation habe ich in 5 Kapitel gegliedert:

1. Sammeln und Inspiration
2. Spiel und Experimente
3. Lernen und entscheiden
4. Inhalt und Produktion
5. Finishing und Aufbau

«Spiel und Experimente» stellte in meiner Prozesspräsentation das grösste Kapitel dar. Für die Schlusspräsentation vor der Jury konnte ich hier bereits einige Erkenntnisse sammeln, die in die Jury-Präsentation einfliessen werden. Es sollen dabei vor allem die Schritte gezeigt werden, die zur jetzigen Form geführt haben. Wo und warum ich welche Entscheidungen getroffen habe.

30.05.2012

2. Zwischenpräsentation

Die 2. Zwischenpräsentation ist auch vorbei. Im Allgemeinen gabs sehr gute Reaktionen auf meinen Prozess und das ganze Projekt. Einige Kritikpunkt standen noch im Raum. Diese waren eher konstruktiver Natur und sehr hilfreich um die nächsten Schritte anzugehen.

Offene Punkte
Die Bildwelten sind grundsätzlich spannend, jedoch sollte noch mehr auf die Situation «Nacht» eingegangen werden. Vor allem an den Übergängen muss noch gearbeitet werden. Diese sollten möglichst flüssig sein. Es können sich auch einzelne Bildwelten überlagern/verbinden. Weiter wurde angesprochen, dass die Bilder teilweise sehr hart sind. Da es sich um Gedanken und verzerrte Wahrnehmung handelt, wäre es interessant mit Masken und flüssigen Übergängen zu arbeiten, sodass diese Verzerrung der Wahrnehmung besser zum Ausdruck kommt.

Weiter wurde die Form der Projektionsflächen angesprochen. Dabei kamen folgende Inputs: zelt- oder kuppelartige, oder runde Formen für den Aufbau. Ich werde jedoch bei meiner jetzigen Form bleiben, da diese in meinen Augen eine bessere Referenz zum Bett darstellt. Wie schon in früheren Einträgen beziehe ich mich hier auf die Referenz des Himmelbetts.

Es müssen sicherlich noch einige Test bezüglich Projektionsmaterial gemacht. Vorhänge resp. Stoff wirkt zwar leichter, jedoch ist das Bild nicht so klar und scharf wie bei Projektionsfolie. Die Frage nach dem Material muss deshalb noch geklärt werden. Wie weit soll das Material transparent sein? Vermischung von Bildern bei semi-transparentem Material führt zwar zu spannenden Effekten. Wie bereits in vorherigen Versuchen getestet, verliert das Bild an Intensität und Stärke.

11.04.2012

Idee Nr. 4

Inspiration zum Installationsaufbau stammt von der Ausstellung «Lernen von Pjöngjang» welche vom 17.06. – 24.07.2010 in lothringer13_laden, München zu sehen war.

Das Eintauchen in die Arbeit ist für mich sehr zentral. Der Besucher wird vom «Aussen» isoliert und steht praktisch voll in der inszenierten Welt. Um «Insomnie» erfahrbar zu machen, soll der Rezipient deshalb von seiner Umgebung getrennt werden. Theoretische Referenzen hierzu sind die beiden Begriffe «Immersion» und «Simulation».

Immersion (Film)
Immersion bedeutet das Eintauchen in eine künstliche Welt durch Auflösung der räumlichen Grenzen, die noch Theater und Oper bestimmten. Das Konzept geht auf einen Text von Béla Balázs aus dem Jahr 1938 zurück und bezeichnete dort den Eingang, also die Tür in einen anderen Raum:

«Der Film hat dieses Prinzip der alten räumlichen Künste – die Distanz und die abgesonderte Geschlossenheit des Kunstwerkes – zerstört. Die bewegliche Kamera nimmt mein Auge, und damit mein Bewusstsein, mit: mitten in das Bild, mitten in den Spielraum der Handlung hinein. Ich sehe nichts von aussen. Ich sehe alles so, wie die handelnden Personen es sehen müssen. Ich bin umzingelt von den Gestalten des Films und dadurch verwickelt in seine Handlung. Ich gehe mit, ich fahre mit, ich stürze mit – obwohl ich körperlich auf demselben Platz sitzen bleibe.» [1]

Im Gegensatz dazu steht die Metapher des Fensters in den anderen Bildmedien; durch das Fenster kann man zwar in einen anderen Raum hineinschauen, ihn jedoch nicht betreten.

1 Béla Balázs: Zur Kunstphilosophie des Films (1938). In: F.-J. Albersmeier (Hrsg.): Theorie des Films. Reclam, Stuttgart 1995, ISBN 3-15-009943-9, S. 204–226, hier S. 215.

Virtuelle Realität
Im Weiteren beschriebt «Immersion» auch die Überführung in einen Bewusstseinszustand (Eindruck) bei dem sich die Wahrnehmung der eigenen Person in der realen Welt vermindert und die Identifikation mit dem «Ich» (dem Avatar) in der virtuellen Welt vergrössert. Hierbei kann beispielsweise die Art der Gestaltung der virtuellen Welt Einfluss auf die Ausprägung des Immersionseffektes nehmen, dieser wird im Regelfall durch eine fesselnde und anspruchsvoll gestaltete virtuelle Welt stärker ausfallen.
Im Unterschied zur passiven, filmischen Immersion erlaubt die virtuelle Realität eine Interaktion mit der virtuellen Umgebung und dadurch kann eine wesentlich höhere Intensität der Immersion erreichen.

Simulation
Die Simulation oder Simulierung ist eine Vorgehensweise zur Analyse von Systemen, die für die theoretische oder formelmässige Behandlung zu komplex sind. Dies ist überwiegend bei dynamischem Systemverhalten gegeben. Bei der Simulation werden Experimente an einem Modell durchgeführt, um Erkenntnisse über das reale System zu gewinnen.

Aus Anwendungssicht lassen sich verschiedene Simulationstypen unterscheiden:

  • Technische Simulationen, beispielsweise zur Schaltungssimulation, Festigkeitsberechnung (FEM), Strömungssimulation
  • Wissenschaftliches Rechnen, mit Anwendungen in der Physik, Chemie, Biologie, Meteorologie etc. Siehe auch: neuronales Netz, Multiagentensysteme.
  • Simulationen für die Aus- und Weiterbildung, beispielsweise Unternehmensplanspiele oder Medizinische Simulationen
  • Spielsimulationen, beispielsweise Flugsimulationen, Rennsimulationen, Wirtschaftssimulationen
11.04.2012

1. Zwischenpräsentation

Grundsätzlich habe ich drei verschiedene Ansätze für den Aufbau meiner Arbeit, welche ich bei der 1. Zwischenpräsentation vorgestellt habe.

1. Inszenierung eines Schlafzimmers
Realen Objekten (Bett, Tisch, Fenster) werden mittels Projektionen belebt und inszeniert. Der Besucher steht dabei im Schlafzimmer und wird so selbst zum Störfaktor für den Schlafenden. Mittels digitalen Sensoren könnte dabei die inszenierte Umgebung auf den Besucher reagieren. Zudem könnten sich die vier Aussenwände je nach Stimmung des Schlafenden verändern.

2. Verschiedene Projektionsform
Eine schlaflose Nacht, die auf mehreren Seiten eines gleichzeitig läuft. Es besteht die Möglichkeit verschiedene Komponenten, die auf den Betroffenen einwirken parallel zu zeigen (subjektive Welt, Gedanken, objektive Eindrücke, Gefühle, etc.). Die Form der Projektionsoberfläche könnte dabei geometrisch oder auch abstrakte Züge annehmen. Dies müsste in Versuchen getestet werden.

3. Gedankenwelt
Im Zuge von Einschlafproblemen ist das Gehirn unter erhöhter Aktivität und wird somit einem zentralen Faktor bei Schlafstörungen. Dabei entstehen zum Teil wirre Verknüpfungen und Wiederholungen die sich ins Endlose ziehen. Man denkt dabei immer wieder über den gleichen «Schrott» nach und es ist fast nicht möglich zu einer inneren Ruhe zu finden.
Bei dieser Idee habe ich deshalb versucht diese Gedanken resp. Aktivität zu visualisieren video.

Fragen

  • Was will ich vermitteln? Eine Stimmung/Atmosphäre erzeugen mittels abstrakten Bildern.
  • Zeigen einer Person die an Schlafstörungen leidet. Diese wird durch den Besucher in ihrem Schlaf gestört (Interaktion).
  • Unruhige Bewegungen auf dem Bett oder im Zimmer.

Input

  • Raum in dem man eintauchen kann. Man kommt in eine Zwischenwelt (Halbschlaf).
  • Abstrakte Bilderwelt ist einfach und zeigt besser die innere Stimmung.
  • Verdopplung durch Aufnahmen in Kombination mit Projektionen und Einfluss von aussen.
  • Die schlafende Person wird durch den Besucher gestört.
  • Fixe Schlafzimmer Projektion und Verwischung der Grenzen mittels bewegter Projektion.
  • Nächste Präsentation direkt im Testraum.

Weitere Schritte

  • Raumsituation skizzieren/aufbauen
  • Weitere Möglichkeiten für Räume suchen (F-Galerie, div Räume in C-Trakt)
  • Raum suchen «Keller» (Besprechung mit Hausmeister AGS Basel)
  • Aufbau bis nächste Mentoren-Besprechung am 19.04.12
  • Material: min 2 Beamer + Pico Laser Projektor (Ted)
  • Inhalt generieren (Stroboskop, Licht und Schatten)
  • Orte finden (Schlafzimmer, Strassensituation, Geräusche)
  • Film: Goodnight Nobody schauen

Audio und Geräusche

  • Audio und Ton wird als wichtiger Bestandteil der Installation angesehen und steht auf selber Ebene mit visueller Bilderwelt.